Erlaubte Vorteilsnahme: Zum Jahresende - 10 legale Steuertipps für Unternehmer in Deutschland!

Zum Jahresende Bilanz ziehen! Das ist besonders als Unternehmer wichtig und notwendig um zu sehen wo man steht und wie das Folgejahr unternehmerisch geplant werden kann. Wie steht es um die Finanzen und wie kann die Situation weiter verbessert werden? Die hohe Steuerlast in Deutschland spielt dabei naturgemäß eine große Rolle, denn ob es wirklich ein gutes Jahr war lässt sich erst nach Abzug aller Steuern evaluieren. 

 

Viele Möglichkeiten bestehen für Unternehmer die grenzüberscheitend tätig sind. Aber auch im deutschen Steuerrecht gibt es Möglichkeiten die Finanzlage zu verbessern. Im Folgenden finden Sie 10 legale Steuertipps für Unternehmer in Deutschland: 

 

1. Kleinunternehmerregelung (Umsatzsteuerbefreiung)

 

Sofern Sie weniger als 17.500 Euro Umsatz im Jahr machen, können Sie sich mit Anmeldung beim Finanzamt für die Kleinunternehmerregelung entscheiden. Denn gelten Sie als Kleinunternehmer, profitieren Sie von der Umsatzsteuerbefreiung. Neben einer einfacheren Handhabung ihrer umsatzsteuerlichen Geschäftsvorgänge erlangen Sie gleichzeitig einen kleinen Wettbewerbsvorteils gegenüber Konkurrenten. Da Sie keine Umsatzsteuer berechnen, können Sie entweder Endverbrauchern gegenüber 19% günstiger anbieten oder beim selben Angebotspreis wie ihrer Wettbewerber (die nicht unter die Kleinunternehmerregelung fallen) 19% mehr Gewinn erlangen.

 

2. Rechtsformwechsel (Reduzierte Steuerlast auf Gewinne)

 

Erwarten Sie im Gegensatz sehr hohe Gewinne und sind heute als Personenfirma tätig, sollten Sie über einen Rechtsformwechsel in die GmbH nachdenken. Sofern die Gewinne nicht ausgeschüttet sondern in der Firma verbleiben sollen, können sich Unternehmer (als geschäftsführende Gesellschafter) ein gutes Gehalt und Altersvorsorge vorsehen und dies als Betriebsausgabe absetzen und daneben die im Unternehmen verbleibenden Gewinne (als sogenannte Rücklagen) einem vergleichsweise geringeren Steuersatz unterwerfen. Das lohnt sich, wenn die Gewinne für mindestens 7 Jahre im Unternehmen verbleiben.

 

3. Steuervorauszahlungen (Reduzierung für mehr Liquidität im Folgejahr)

 

Und im umgekehrten Fall: Wenn also der Gewinn in diesem Jahr geringer ausfällt wie geplant, dann haben Unternehmer die Möglichkeit die Steuervorauszahlungen wieder zu senken und damit die Liquidität für das Folgejahr zu sichern. Sofern Sie als Unternehmer einen Antrag auf Reduzierung der Einkommens- bzw. Körperschaftsvorauszahlungen an das Finanzamt bis zum 10. Dezember stellen, können Sie für das nächste Jahr mit mehr Liquidität rechnen.

 

4. Investitionen planen (Investitionsabzugsbetrag)

 

Es ist der ideale Spartipp für Unternehmer mit einem kleinen oder mittelständischen Unternehmen (das Betriebsvermögen darf 235.000 Euro nicht übersteigen). Ihnen steht die Möglichkeit des sogenannten Investitionsabzugsbetrages für Wirtschaftsgüter zur Verfügung. Konkret bedeutet dies, dass bis zu 40% der Anschaffungs-oder Herstellungskosten für eingeplante Investitionen beim Fiskus geltend gemacht werden können. Dies gilt für Investitionen, welche bis zum Ende des dritten Jahres auf den Abzug des Investitionsabzugsbetrages folgenden Jahres geplant sind. Die Beschreibung, Funktion und Zielsetzung jeder Investitionen muss für den Fiskus genau bestimmt werden.

 

5. Kleininvestitionen tätigen

 

Auch Kleininvestitionen können sich lohnen und den Gewinn vor Steuern senken. Denn Anschaffungen mit einem Einkaufswert von jeweils bis zu 410 Euro netto (ab 2018 werden es 800 Euro sein) können direkt im Anschaffungsjahr komplett von der Steuer abgesetzt werden. Überlegen Sie daher genau, ob Sie geplante kleinere Anschaffungen wie den Bürostuhl, den Drucker oder das Kopiergerät vielleicht doch noch in diesem Jahr kaufen.

 

Für Investitionen zwischen 150 – 1000 Euro (ab 2018 sind es mindestens 250 Euro) können Sie als Unternehmer anstelle der sofortigen Abschreibung auch die sogenannte Poolabschreibung wählen. Alle Investitionen werden in einem sogenannten Pool zusammengefasst und über einen Zeitraum von fünf Jahren abgeschrieben, egal ob die betriebsübliche Nutzungsdauer abweichend ist oder die Anschaffungen weiterveräußert werden. Auch spätere Investitionen können dem Pool zugerechnet werden. Der Vorteil: Ein höhere Investition kann dadurch schneller abgeschrieben werden und dadurch eine Steuerersparnis realisieren, denn der zu versteuernde Gewinn wird gesenkt.  

6. Zwischenrechnungen für Handwerkerleistungen

 

Instandsetzungen und Wartungen sind sinnvoll und notwendig. Auch bei ihnen gilt: Wenn Sie noch vor Jahresende in Auftrag gegeben werden, können diese Leistungen den Jahresgewinn und damit die Steuerlast senken. Fordern Sie beim Leistungserbringer also eine Zwischenrechnung an und reichen Sie diese beim Fiskus ein.  

 

7. Mahnungen für ausstehende Forderungen

 

Für viele Unternehmer ein großes Problem - zahlungsunwillige Kunden! Ein ordentliches Forderungsmanagement kann helfen. Und sobald Sie mehr als eine Mahnung erfolglos versendet haben, wird aus der offenen Forderung eine steuerrechtlich sogenannte zweifelhafte Forderung. Der Vorteil: Sie können diese zweifelhaften Forderungen um bis zu 50% in der Bilanz reduzieren und damit die Steuerlast senken.

 

8. Neuer Dienstwagen (Sonderzahlungen als Betriebsausgabe)

 

Sie planen zum Jahresende die Anschaffung eines neuen Firmenwagens? Für Unternehmer die freiberuflich tätig sind oder mit einer Einnahmen-Überschuss-Rechnung bilanzieren besteht damit ebenfalls die Chance zur Senkung der Steuerlast. Denn wenn mit der Leasingfirma eine Sonderzahlung vereinbart wird, kann diese sofort als Betriebsausgabe abgezogen werden.  Dies gilt im Übrigen auch für GmbH-Gesellschafter, die das Fahrzeug selbst leasen und dann an die Firma vermieten.

 

9. Netzwerken in Social Media (von der Steuer absetzen)

 

Für Unternehmer sind die sozialen Medien wichtiger denn je. Denn Netzwerken ist unverzichtbar und die Portale bieten für Unternehmer eine großartige Verbreitungsmöglichkeit. Viele Portale verlangen leistungsabhängige Mitgliedsbeiträge und dortige Marketing-Kampagnen kosten sowieso. Rein unternehmerische Auftritte lassen sich von der Steuer absetzen, egal ob vom kleinen Unternehmer von nebenan oder vom großen Unternehmen.  

 

 10. Beteiligung als stiller Teilhaber

 

Ein Steuertipp den insbesondere Familienunternehmer schätzen: Mit der Einrichtung einer stillen Teilhabe können Sie sich einen Freibetrag von 24.500 Euro sichern. Der Firmenchef selbst oder eine Person seines Vertrauens steigt mit einem Anteil als stiller Gesellschafter ein. Als sogenannte "atypische stille Gesellschaft" ist der Gesellschafter damit an Gewinn und Verlust beteiligt, aber auch an den stillen Reserven. Durch diesen Knniff wird die Firma gewerbesteuerrechtlich zu einer Personengesellschaft und erhält eine steuerliche Entlastung. Denn versteuert wird der Gewinn erst nach Abzug des Freibetrages. 

 

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Herzlichst Ihre 

 

Nicole Hermann 

vom Go4Business Team